Weihnachten
– Fest des Friedens? „Verherrlicht
ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner
Gnade.“ (Lk 2,14) Wie jedes Jahr Weihnachten, so werden wir auch heuer
wieder diese jubelnden Worte verkündigen hören, mit denen Engel die
Geburt Jesu, des Friedensfürsten,
vor den Hirten besingen. Doch
Halt! „Auf Erden Friede“ – ist diese Botschaft nicht tausendfach von
der Realität widerlegt, zumal vor dem Hintergrund der jüngsten
Ereignisse in Amerika und Afghanistan? Zerschellt die Botschaft der
Weihnacht nicht unübersehbar an der gerade jetzt wieder hautnah erlebten
friedlosen Wirklichkeit? Wird die Friedensverheißung nicht übertönt vom
Lärm der Bomben verbrecherischer Terroristen und der sich wehrenden
westlichen Zivilisation? Hat das damalige Geschehen der Heiligen Nacht die
Welt auch nur ein wenig zum Positiven verändert? Scheint es nicht im
Gegenteil so, dass es um uns herum immer dunkler, beängstigender,
friedloser, bedrohlicher wird? Und wo bleibt Gott inmitten all dieser
Wirrnisse? Wird es nicht immer stummer um ihn, weil er selbst stumm zu
sein scheint? Doch
Gegenfrage: Ist er wirklich stumm? Oder hat es seine Stimme nicht immer
schwerer, sich überhaupt noch Gehör zu verschaffen angesichts des Lärmens
um uns herum und in uns selbst? Einfach deshalb, weil diese Stimme – Seine
Stimme – eine leise ist, so leicht übertönt vom Dauergeplärre aus Radio und
Fernseher, das uns tagaus, tagein beschallt; so leicht untergehend in der
Hektik der Arbeit, die uns nicht zur Ruhe und zur Stille kommen lässt; so
leicht überschrieen vom Stimmengewirr der Meinungsfeilbieter, das uns
immer orientierungsloser macht. Die
Antwort Gottes auf all unsere Fragen ist in der Regel eine leise Antwort,
so leise, wie die Weihnacht vor 2000 Jahren leise war, nur dem vernehmbar,
der ein Empfangsorgan hat für die innere Kraft der leisen
Töne Gottes. Es geschieht nichts für unsere Sinne Spektakuläres in
dieser Nacht, außer – das Unfassbare: dass Gott in irgendeinem
„gottverlassenen“ Winkel dieser Welt als ein Mensch unter Menschen
unsere Welt betritt; dass ER als ein kleines Kind das Licht der Welt
erblickt, gebettet in einen Futtertrog, kaum wahrgenommen außer von ein
paar armseligen Hirten. In dieser Nacht hat Gott aufgehört, vom Himmel
her nur zu uns zu reden, weit weg und letztlich unberührt (und unberührbar) von den
schmerzhaften Wunden und den abscheulichen Bosheiten unseres Erdendaseins;
Er hat aufgehört zu reden, um nunmehr zu handeln.
Weihnachten ist Theo-praxie, Gottes-Tat,
schweigender Abstieg des Gottessohnes in das Gewand des Menschensohnes,
des Herrn in die Knechtsgestalt, des Lichtes in die Dunkelheit, des Lebens
in die Todverfallenheit, der Liebe in eine Welt voller Hass, des Logos
(des Sinns) in eine Welt voller Sinnlosigkeiten, der Allmacht in die
Ohnmacht, der alles bezwingenden Kraft in die Wehrlosigkeit eines Kindes,
des Schöpfers der Welt in das kindliche Antlitz Seines Geschöpfes. In
diesem Sich-verbergen Gottes in Sein Gegenteil – sub
contrario, wie Martin Luther sagt – verliert Er nicht Seine göttliche
Kraft, sondern trägt alles Genannte dorthinein, wohinein Er eintaucht.
Gott zeigt die Macht Seiner Liebe gerade in der Ohnmacht des wehrlosen Kindes in der Krippe, in der strikten Gewaltlosigkeit
des erwachsenen Jesus (die Seine Jünger so schwer verstehen), in der
Hass mit verzeihender Liebe erwidernden Ausgeliefertheit
des Gekreuzigten, schließlich in der sieghaften Herrlichkeit
des Auferstandenen. Sich in der Ohnmacht
als stärker zu erweisen als alle sich aufblähende (Schein-)Macht des
Bösen vermag allein die Allmacht Gottes.
Die hier offenbar werdende Liebe hat daher nur für einen Verblendeten
etwas Schwächliches. Spätestens am Ende unserer Weltzeit wird sie sich für
jeden Menschen als die
eigentliche Macht dieser Welt erweisen, von der alle Bosheit von Menschen
sich richten lassen muss. Wenn
wir noch einmal genauer hinhören auf die Botschaft der Engel in der Nacht
der Geburt des Gottessohnes, so gewahren wir, dass es nicht nur einfach
hieß: „Friede auf Erden“, sondern: „Friede auf Erden bei den Menschen seiner Gnade“. Der endgültige Friede unter den
Menschen ist uns, so sehr wir uns nach Kräften für ihn einsetzen sollen,
nicht schon für diese Welt verheißen, sondern für die kommende, in die
uns der auferstandene Christus vorausgegangen ist. Aber – er fängt
schon hier an bei denen, die die Gnade der Weihnacht, die Gnade des
menschgewordenen Gottes glaubend, hoffend und liebend in ihr Leben
aufnehmen. „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht
auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht,
Kinder Gottes zu werden.“ Wer aus Seiner Gnade lebt, hat teil an der
Macht der oft so ohnmächtig erscheinenden Liebe Gottes, der gehört zu
den wahren Weltveränderern. Dass Weihnachten die Welt nicht verändert hätte,
kann daher nur der behaupten, der den Blick für das Kleine und
Unscheinbare verloren hat. Die „Stille Nacht“, die Leisigkeit Gottes
in der Weihnacht will uns zeigen: das Eigentliche, das wahrhaft, weil vor Gott
Wichtige geschieht nicht dort, woraufhin die Linsen der Kameras sich
richten, es geschieht nicht in dem, was die kostbaren Sendeminuten der
Fernsehsender uns sehen lassen und die Spalten der Zeitungen füllt,
sondern es vollzieht sich meist im Verborgenen, im Leisen, wie gesagt: im
Kleinen und Unscheinbaren; etwa da, wo Menschen beginnen, Gott, dem Vater,
Seinem menschgewordenen Sohn und damit Seinem Frieden in ihrem Herzen Raum
zu geben, in der Familie, einfach da, wohin jeder von uns gestellt ist. Was
angesichts der Weltlage nach wenig klingt, nach der verschwindenden Größe
eines Senfkorns – um ein Gleichnis Jesu aufzugreifen – kann in jedem Menschen Seiner Gnade so groß werden, dass (wie die in der
ausgewachsenen Senfstaude nistenden Vögel) so mancher andere bei einem
solchen von der Gnade Gottes Erfassten Hilfe, Kraft, Hoffnung, Lebensmut
und vieles andere findet. In
diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, ein
gesegnetes Weihnachtsfest und die Gnade und den Frieden des neugeborenen
Erlösers Ihr
Pfarrer Bodo Windolf
„Das
ewig Licht geht da herein...“ – warum wir am 25. Dezember Weihnachten
feiern In den Evangelien, den uns bekannten Quellenschriften für das Leben Jesu, ist das Geburtsdatum Jesu nicht angegeben. Offensichtlich hatten die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes kein Interesse daran, das genaue Datum der Geburt Jesu festzustellen und der Nachwelt zu überliefern. Viel wichtiger war ihnen und der frühen Christenheit die Tatsache und der Tag der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Daher wurde für die ersten Christen das wichtigste Fest nicht die Feier der Geburt Christi, sondern die Feier seiner Auferstehung: das Osterfest. Im Römischen Reich, in dem die frühen Christen lebten, war es Brauch, die Geburtstage von Herrschern zu feiern, selbst noch nach ihrem Tod. Das bewog allmählich die Christen, die Geburt ihres Herrn, des „Kyrios“, festlich zu begehen. Im Osten des Römischen Reiches feierte man diese Geburt am 6. Januar. Beim Fest der Epiphanie, der Erscheinung Jesu Christi, stand ursprünglich v. a. die Taufe Jesu im Mittelpunkt. Erst etwa um 330 nach Christus bestimmte die Kirche in Rom den 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu Christi zum Feiertag. Bei dieser Festlegung spielte eine Rolle, dass man den 25. März, den Tag der Frühlingstagundnacht-Gleiche, als Tag der Schöpfung der Welt und zugleich als Tag der Ankündigung der Geburt des Herrn betrachtete. Hinzu kam, dass der 25. Dezember im römischen Kalender als Tag der Wintersonnenwende der Geburtstag des unbesiegbaren Sonnengottes war. Mit dem Fest der Geburt Jesu Christi als „Sonne der Gerechtigkeit“ (Maleachi 3,20) und „Licht, das in die Finsternis scheint“ (Johannes 1,5) sollten die alten Sonnen- und Licht-Gottheiten abgelöst werden. Somit wurde der Sieg Jesu Christi als die wahre Sonne über die heidnischen Kultgottheiten dokumentiert. Das Weihnachtsfest war zugleich zum Symbol der Überlegenheit der christlichen Religion über die heidnischen Religionen geworden. Lange Zeit blieb der 25. Dezember für die Kirchen, die aus der römischen Tradition hervorgegangen sind, der Höhepunkt des Weihnachtsfestkreises. Erst in neuerer Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt des Festes und der Feiern, besonders im häuslichen Rahmen, auf den Vorabend, den Heiligen Abend und die Heilige Nacht am 24. Dezember. Die Bräuche, die sich dabei entwickelten, sind von Land zu Land verschieden. Alle, die sie feiern, sind im Ursprung jedoch dadurch verbunden, dass Jesus Christus als Gottes Sohn Mensch geworden ist. Darum können auch wir als Christen heute einstimmen in das Bekenntnis zu ihm, das der Reformator Martin Luther in dem tiefsinnigen Weihnachtslied „Gelobet seist du, Jesu Christ...“ in die Worte gefasst hat: „Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein’ neuen Schein; es leucht’ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis“ R. Kobilke
Heilig
Abend für Einsame Nicht
wenige Menschen sind an Weihnachten besonders traurig, weil sie das
„Fest der Familie“ allein und einsam verbringen müssen. Für diese,
die es sicher auch in Garching gibt, wollen wir heuer erstmals das Angebot
machen, den Heiligen Abend ab
20.00 Uhr
Was
ich zu Weihnachen denke ... Gottes
Wege der Selbstmitteilung – Ein Plädoyer für die Fortsetzung des
interreligiösen Dialogs In der Menschwerdung Gottes erleben wir Christen an Weihnachten, wie sich Gott uns in letzter Konsequenz zuwendet. Er spricht Menschensprache, indem er sich bedürftig (als neugeborenes Kind) und antastbar (als Opfer seiner späteren Verfolger) selbst offenbart und so das Wort Fleisch wird, wie es der Evangelist Johannes ausdrückt. Dieser menschgewordene Gott fordert Unerhörtes von denen, die ihm nachfolgen, wenn er verlangt, sie sollen ihre Feinde lieben und Friedfertigkeit üben. Auch wendet er sich gegen alle Selbstgerechtigkeit: „Richtet nicht, auf dass Ihr nicht gerichtet werdet“, sagt Jesus in der Bergpredigt (Mt. 7,1). Gerade
diese Mahnung könnte einen ökumenischen Dialog fördern, bei dem die
Gesprächspartner bereit sind, von einem erstarrten Überlegenheitsanspruch
der jeweils eigenen Religion abzurücken. Ich möchte hier auf zwei
anerkannte Prinzipien des interreligiösen Dialogs verweisen, die leider häufig
missachtet werden: 1. Jeder Gesprächspartner sollte versuchen, sich möglichst objektive Kenntnisse über die fremde Religion anzueignen. Dabei sollte der Vielfalt der innertheologischen Richtungen ebenso Beachtung zuteil werden wie dem Vorhandensein eigener Vorurteile. 2.
Jeder Gesprächspartner sollte sich darum bemühen, die andere Religion in
ihrem Wesen, d. h. in ihrem Selbstverständnis
wahrzunehmen. Das hätte zur Folge, dass sich der Christ in der
islamischen Sicht auf das Christentum ebenso wiederfinden kann wie der
Muslim in der christlichen Sicht auf den Islam.Seit Jahrzehnten gibt es
durchaus hoffnungsvolle Ansätze unter katholischen, evangelischen und
muslimischen Theologen (und Laien), ein solch respektvolles Gespräch
miteinander zu suchen. Doch im Schatten der Ereignisse vom 11. September
diesen Jahres werden nun wieder verstärkt Stimmen laut, denen es vor
allem darum geht, den Islam (ab-)zu werten und zu diskreditieren. Dabei
werden auf populistische Weise Islamismus und Islam gleichgesetzt.
Islamismus bedeutet jedoch die politische Ideologisierung und
Instrumentalisierung des Islam. Doch sollten die Tendenzen zur Säkularisierung,
die es durchaus im neuzeitlichen Islam gibt, genannt und nicht als
marginale Ansichten nicht wirklich gläubiger Muslime abgetan werden. Sie
repräsentieren eine innerislamische Diskussion, die ebensoviel
Aufmerksamkeit wie islamistische Bestrebungen verdient. Angelika Ohloff
Das Benefizkonzert am
Freitag 19. Oktober in St. Severin, mit viel Aufwand und Engagement von
Stephanie-Nicole Sander initiiert, fand ein enormes Publikumsinteresse. Frau
Sander konnte auf viele Helfer setzen, vor allem auf die Pfadfinder. Auf dem
Kirchplatz war
ein großes Zelt aufgestellt, in dem Informationen zum Hilfsprojekt möglich
waren. Auch für Essen und Getränke war gesorgt. Zu Beginn der Veranstaltung
wurde vom Geschäftsführer der Firma Zeppelin ein gebrauchter Bagger im Wert
von zirka 15000 DM übergeben. Auch Bürgermeister Karl zeigte sich mit 2500 DM
von der Stadt großzügig. Der Botschafter Kenias und der Generalkonsul Südafrikas
waren ebenso anwesend, wie u.a. Vertreter der Diözese, der Garchinger Pater
Neuhauser und als Schirmherr Direktor Zeitler von der Bayerischen Elite
Akademie. Die Begrüßungen und Reden wollten nicht mehr enden, so dass die über
500 Besucher lange auf die erste musikalische Darbietung der Solisten und des
Chors St. Severin warten mussten. Musik und Gesang waren dann aber erstklassig
und wurden durch starken Beifall des Publikums honoriert. Dem Konzert selbst
wurde aber leider durch zwei Pausen die Spannung genommen. Das Ergebnis der
Benefizveranstaltung mit insgesamt über 40000 DM kann sich sehen lassen. Es
kommt dem Soweto-Slum-Dorf in Nairobi, Kenia, für den Bau einer Schule zu Gute.
Pater Schaarschmidt von den Steyler Missionaren kann es dafür dringend
brauchen.
„Mitten im Leben“ - unter diesem Motto steht die Arbeit der Evangelischen Laudate-Gemeinde. Der vorige Kirchenvorstand hatte es beschlossen. Der jetzige Kirchenvorstand sieht es als seine Aufgabe an, es praktisch umzusetzen. Welche Schritte sind dazu nötig, welche sind möglich? Um diese Fragen zu beantworten, trafen sich zwölf Mitglieder des Kirchenvorstandes und des erweiterten Kirchenvorstandes zu einem so genannten „Planungsworkshop“ mit Dekan Roderich Diez und Pfarrer Dr. Gerhard Herold, dem neuen Leiter des Evangelischen München-Programms. Als besonders wichtig sieht der
Kirchenvorstand die Altersgruppe der 25- bis 40-jährigen an. War sie doch zum
Beispiel bei der Kirchenvorstandswahl im letzten Jahr prozentual am wenigsten
von allen Altersgruppen vertreten. Dieses Bild bestätigte sich, als ihre
Beteiligung an verschiedenen Aktivitäten der Gemeinde in den Blick genommen
wurde, wie die Kantorei, der Ökumenische Arbeitskreis oder die Garchinger Gespräche.
Einzige Ausnahme von diesem wenig erfreulichen Ergebnis sind naturgemäß die
Mutter-Kind-Gruppen. Grüß
Gott, liebe Gemeinde! Mein Name ist Sebastian Stahl,
ich bin 28 Jahre alt und gebürtiger Würzburger. Ab
1. Januar bin ich der neue Vikar der Laudatekirche und aus diesem Grund möchte
ich die Gelegenheit nutzen, mich Ihnen vorzustellen. Aufgewachsen
bin ich im mittelfränkischen Scheinfeld. Mit 14 Jahren entschloss ich mich, später
einmal Pfarrer zu werden – ich hatte v.a. in der Jugendarbeit viele schöne
Erlebnisse und Eindrücke, die mir diesen Beruf zum Traumberuf machten. Nach
dem Abitur absolvierte ich mein Praxisjahr für Theologiestudierende als
Betreuer in einem Internat für behinderte Jugendliche in Würzburg. Danach
begann ich mit meinem Studium in Neuendettelsau. Weitere Studienorte waren
Heidelberg und Erlangen. Während
meines Studiums lernte ich meine drei Jahre ältere Frau Andrea kennen, mit der
ich seit 1998 verheiratet bin. Da auch sie aus Mittelfranken stammt, sind wir
beide gerne in den Süden gegangen, um für uns neue Seiten der Landeskirche
kennen zu lernen. Am
1. März 2001 begann ich mein Vikariat in der Waldkirchengemeinde Planegg. Das
erste Drittel meines Vorbereitungsdienstes habe ich also bereits hinter mir und
ich konnte schon feststellen, dass dieser Beruf wirklich das ist, was ich in
meinem Leben machen möchte. Da meine Frau zum 1. September ihren Dienst als
Gemeindepfarrerin in Freising angetreten hat – eine der Planegger Gemeinde nähere
Pfarrstelle konnte sie nicht bekommen –, habe ich mich dazu entschlossen, die
Gemeinde zu wechseln. Wir müssten sonst für zwei Jahre auf ein richtiges
Eheleben verzichten. Ich
denke, nicht jeder Vikar hat die Möglichkeit, in seinem Vikariat zwei Gemeinden
kennen zu lernen, zwei Lehrmentoren zu haben und in zwei Schulen zu
unterrichten. Dieser Gedanke und die Aussicht, bald wieder mit meiner Frau
zusammenzuwohnen, machen den Gedanken, die Gemeinde hier zu verlassen, leichter,
und ich freue mich schon auf meinen „Neuanfang“ im Januar. Ich
mag gute Bücher und Musik – am
liebsten klassische oder keltische. Und am liebsten dazu eine Kanne schwarzen
Tee! Ich spiele Gitarre und photographiere leidenschaftlich gerne. Ich koche
gern, am liebsten für Gäste. Ich bin ein großer Naturfreund und habe ein
Faible für die deutsche Nordseeküste (insbesondere die Insel Amrum) und
Irland. In diesem Land habe ich auch die letzten Monate vor Vikariatsbeginn
verbracht und in einer Einrichtung für behinderte Erwachsene gearbeitet. Ich
sehe eindreiviertel Jahren als
Vikar entgegen, die ich bei meinem neuen Lehrpfarrer Herrn Kobilke in Ihrer
Gemeinde verbringen werde. Eine „Zeit der Einübung in den Dienst des Pfarrers
und eine Zeit der Vorbereitung auf die Ordination“ wird es sein. Ich werde
Gottesdienste halten und als Religionslehrer und Seelsorger tätig sein. Die
meiste Zeit wird das ganz praxisnah in Garching geschehen. Einen zweiten
Schwerpunkt bildet aber begleitend die theoretische Ausbildung im
Predigerseminar Nürnberg – wundern Sie sich also bitte nicht, wenn ich
manchmal für ein paar Tage verschwinde. Ich
freue mich sehr auf meine Zeit und mein Arbeiten in Garching. Und ich hoffe, Sie
bald persönlich kennen zu lernen.
Bei der
Diskussionsveranstaltung am Freitag, 12. Oktober, im Clubraum St. Severin
behandelte Philosophieprofessor Gerhard Leibold aus Garching (auf dem Bild mit
Pfarrer Windolf) so umfangreiche Themen wie Forschung an Embryonen, Organspende
und Kernenergie. In seinem Einführungsreferat vertrat er seine Meinung, dass
aus ethischer Sicht die Embryonenforschung abzulehnen sei, da das menschliche
Leben mit der Verschmelzung von Samen und Eizelle beginne und damit zu schützen
sei. In der befruchteten Eizelle sei bereits der gesamte Mensch genetisch
angelegt. Bei der Organspende vertrat er die Meinung, dass niemand mit
Sicherheit sagen könne, wo genau die Todeslinie verlaufe. Folglich sei es aus
ethischer Sicht nicht vertretbar, dem Körper bereits Organe zu entnehmen, wenn
der Gehirntod eingetreten sei. Die Kernkraft wiederum lehnte Professor Leibold
mit dem Hinweis auf die damit verbundenen Gefahren ab. Ethisches Handeln sei
stets verantwortungsbewusstes Handeln. Er stellte das Lebensrecht in den
Mittelpunkt. Handlungen mit nicht gewollten Nebenwirkungen, welche die Zukunft
des Menschen unumkehrbar gefährden können, sind zu unterlassen. Anschließend
wurde eine rege Diskussion unter den fast 50 Teilnehmern geführt, in der vor
allem unterschiedliche Meinungen zum Thema Menschenwürde und zur Sicherheit in
der Kernenergie deutlich wurden.
Dynamisch
mit dem rechten Bein ausschreitend, den Pilgerstab in der einen, ein
aufgeschlagenes Buch (die Bibel?) in der anderen Hand haltend, den Blick
nach vorne ausgerichtet, als habe er dort eine Aufgabe zu erfüllen,
umgeben von zehn Bronzeleuchtern, die die Wirkorte des Heiligen benennen
– so empfängt den Betrachter der hl. Severin an der Ostwand unserer
neuen Pfarrkirche. Mit
dem hl. Severin von Noricum besitzt unsere Kirchengemeinde nun schon den
dritten Pfarrpatron ihrer Geschichte (nach den Patrozinien der hl.
Katharina von Alexandrien und vorher noch, wie eine Papsturkunde von 1260
ausweist, der hl. Maria Magdalena). Wie mir Pfr. Lehrberger, unter dem die
Kirche erbaut wurde, erzählt hat, kam es folgendermaßen dazu: Sein Vorgänger,
Pfr. Dr. Hogger, hatte Kardinal Döpfner „Wiederkunft Christi“ als
Patrozinium der neu zu erbauenden Pfarrkirche vorgeschlagen. Doch diesem
schwebte anstelle eines Glaubensgeheimnisses eine lebendige Person als
Namensgeber der Pfarrei vor. Da brachte Prof. Angermair, Garchinger und
Moraltheologe in Freising, in Erinnerung an den in Washington tätigen
Kapuzinerpater Severin Scharl, der 1925 über den „Teich“ gesetzt
hatte, um ihm die Primizpredigt zu halten, den Namen „Severin“ ins
Spiel. Dieser Vorschlag gefiel nicht nur dem Kardinal; denn München hatte
außer einem Severinskirchlein auf dem Pfarrgebiet von St. Sylvester noch
keine Kirche und zumal keine Pfarrkirche dieses Namens; er gefiel auch
Pfr. Korbinian Severin Lehrberger,
der auf diese Weise seinen Zweitnamenspatron vorzüglich zu Ehren kommen
sah. Wer
war der hl. Severin, zu deutsch der ‚Gestrenge‘? Bald nach 453, dem
Todesjahr des gefürchteten Hunnenkönigs Attila, tauchte in der römischen
Provinz Noricum, dem Land an der Donau zwischen Passau und Wien, ein
Pilger unbekannter Herkunft auf. Seine Zellengründungen, die dem Beispiel
morgenländischer Einsiedler folgten, sowie sein persönliches asketisches
Leben lassen vermuten, dass er – vielleicht nach einer Bekehrung? –
als ein Mönch im Orient gelebt hatte. Sprache und Gesittung, sein
Bekanntenkreis (u.a. König Odoaker) und seine politische Tatkraft deuten
auf einen aus Italien stammenden römischen Beamten
aus höchsten Kreisen hin. Nach seinem Herkommen befragt, pflegte
er allerdings, wie sein Biograph Eugippius berichtet, zu antworten:
„Unser Vaterland ist der Himmel und nach dem Himmel wollen wir
trachten.“ Die
politischen Verhältnisse machten ihn, der sein Leben viel lieber betend
und fastend in der Abgeschiedenheit der von ihm gegründeten Klöster
Boiotro (Passau) und Favianis (vermutlich Mautern (oder Wien?)) verbracht
hätte, zu einem Mann der Tat. Es war die Völkerwanderungszeit, und mit
den gegen die Römer andrängenden Germanen trug auch viel übles Gesindel
zu teils chaotischen Verhältnissen bei. Als Mönch und Politiker, als
Gottesmann und Staatsmann, als Christ und als Menschenfreund von Römern
und Nichtrömern geachtet, wurde der hl. Severin für viele eine Zuflucht
„mitten im Umsturz der Dinge“ (Jakob Burckhardt). Es gelang ihm, den
Glaubensfrieden zwischen arianischen und römischen Christen (die ersteren
leugnen die Gottheit Jesu Christi) herzustelle, so dass sie zusammen
lebten und sogar dieselben Kirchen benutzten. Er brachte es fertig, trotz
anfänglichen Widerstandes Grundbesitzer zur Abgabe eines jährlichen
Zehnts zugunsten der Armen zu bewegen. Mehr als einmal bewahrte er
Ortschaften durch sein mutiges Dazwischentreten vor Plünderung und Zerstörung.
Er erwirkte die Freilassung von Kriegsgefangenen, Krankenheilungen werden
berichtet, für Unzählige wurde er zu einem großen Segen. (Einzelheiten,
auch legendarischer Art, erzählen die Bilder des Bronzeportals unserer
Severinskirche.) Und so wundert es nicht, dass die Macht seiner Person,
seines Wortes und seines prophetischen Charismas ihm gleichermaßen die
Achtung bei Römern und Germanen, bei Christen und Heiden eintrug, ehe er
am 8. Januar 482 starb. „Gott
hat mir den Auftrag erteilt, den Menschen in ihrer Not beizustehen.“ Diese
von ihm überlieferten Worte können als sein Lebensmotto gelten. Im hl.
Severin verehren wir Garchinger eine große Gestalt des Glaubens inmitten
der Wirren der Völkerwanderungszeit, einen Menschen, der aus der
Verbundenheit mit Gott ein zutiefst den Menschen Verbundener wurde, für
viele ein Helfer, Tröster, Mahner, ein von Gott entzündetes Licht in
dunkler Zeit. Pfr. B.Windolf
„Wo
zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter
ihnen.“ Diese Worte von Jesus aus dem Matthäusevangelium prägen das
Dasein der Menschen im Begegnungszentrum Ottmaring bei Friedberg. Der Ökumenische
Arbeitskreis Garchings stattete dieser recht idyllisch in schwäbischer Hügellandschaft
gelegenen Siedlung am 6. Oktober einen halbtägigen Besuch ab, um einen
Einblick in das Leben seiner Einwohner zu gewinnen. 1960
haben Mitglieder der evangelischen Brudergemeinschaft und der katholischen
Fokolarbewegung das Zentrum gegründet, um dort ein christliches
Gemeinschaftsleben zu führen, das ganz im Zeichen der täglich
praktizierten Ökumene steht. Das Zentrum zählt über 100 Einwohner. Es
gibt Familien sowie Gemeinschaften ehelos lebender Männer und Frauen der
Bruderschaft und der Fokolare. Die meisten gehen ganz normalen Berufen
nach. Die allein Lebenden geben ihren Verdienst an die Gemeinschaft, da
persönliche Armut eine ihrer Maximen ist. Das für das Leben Notwendige
stellt die Gemeinschaft, unter anderem die Wohnungen in schmucken Häusern,
die sich um den Mittelpunkt, den Gemeindekomplex mit gemeinsamer Kapelle,
gruppieren. Durch
ihre Konfession haben die Bewohner unterschiedliche Erfahrungen mit ihrem
Glauben und kennen andersartige Traditionen. Doch gerade „Einheit in
Vielfalt“ kennzeichnet die ökumenische Siedlung. Neben gemeinsamen
Andachten zu regelmäßigen Tageszeiten gibt es katholischen und
evangelische Gottesdienste, die alle Mitglieder des Zentrums besuchen. Nur
zur Eucharistie oder zum Abendmahl gehen sie nicht gemeinsam, sind aber
bei der jeweiligen Feier zugegen, um Verständnis für den Anderen zu
gewinnen und die geistige Gemeinschaft vor Gott zu stärken. Die
Mitglieder des Zentrums berichten, dass durch diese Art der Gottesdienste
das Trennende der Konfessionen an Bedeutung verliert und die einende Kraft
Gottes in besonderer Weise spürbar wird. Ihr ideales Ziel ist, die Kirche
des Anderen zu lieben wie die eigene. Das
Zentrum ist keine Insel für sich. Vielmehr wollen seine Bewohner die
Glaubensstärke, die sie in der gelebten Ökumene gewonnen haben, an ihre
Mitmenschen weitergeben. So empfangen sie Besucher und bieten Tagungen an.
Gruppen Erwachsener wie auch Jugendlicher sind gleichermaßen willkommen. Das
Zentrum soll mehr und mehr zu einem Ort werden, wo sich Menschen vielfältiger
Lebensbereiche am Evangelium orientieren können. Damit sucht es den Ansprüchen
unserer Gesellschaft gerecht zu werden, die sich auf der Suche nach
zukunftsfähigen Perspektiven befindet. Das Zentrum hat dazu kein
vorgezeichnetes Entwicklungsprogramm; vielmehr wollen seine Mitglieder
Gott folgen, der sich der Gemeinschaft durch seinen in ihr wirkenden Geist
offenbart.
...unter
diesem Motto fand am Samstag, den 10. November, ein ökumenisches
Seminar im Clubraum des katholischen Pfarramtes St. Severin unter
Teilnahme von fast 50 katholischen und evangelischen Christen sowie
Buddhisten statt.
Gastreferent
war Zen-Priester Daikan Westerbarkey, der einem buddhistischen Kloster
in der Nähe von Kyoto angehört. Ehemals katholischer Christ, bewegt
er sich seit 1985 auf dem buddhistischen Weg.
Als
Vertreter der christlichen Glaubensgemeinschaften sprach Pfarrer Bodo
Windolf.
Ziele
der Veranstaltung waren
-
Information über den Blick auf das Selbstbildnis christlicher
und fernöstlicher Religion
-
die
Suche nach Parallelen zwischen den Religionen und
-
Erkenntnisse über die Frage, wie wir mit unseren „Heiligen
Schriften“ umgehen.
Dabei
spielten Fragen wie:
-
woher
kommen wir?
-
wohin
gehen wir?
-
was
erwartet uns nach dem Tod?
-
was
bedeuten Wiedergeburt oder Auferstehung?
-
was ist Erlösung?
-
was
und wo ist das Paradies?
eine
zentrale Rolle.
Die
sehr informative Veranstaltung führte unter der Gesprächsleitung von
Pfarrer Kobilke zu lebhaftem Gedankenaustausch der Teilnehmer.
Den
Abschluss bildete eine gemeinsame Andacht mit ökumenischen Fürbitten.
„Gemeindeversammlung
–
was ist das?“ So mögen sich manche der Gottesdienstbesucher gefragt
haben, die am 14. Oktober in der Laudate-Kirche waren. Denn der Kirchenvorstand
hatte anschließend an den Gottesdienst zu einer Versammlung in den Gemeindesaal
eingeladen. Vergleichbar mit der Bürgerversammlung der Stadt oder der
Pfarrversammlung der katholischen Nachbargemeinde fand eine solche Versammlung
in der Laudate-Gemeinde nach langer Zeit wieder einmal statt. Als
Vorsitzender des Kirchenvorstandes gab ich einen Bericht über die Arbeit seit
der Neuwahl im Oktober 2000. Neun Sitzungen und ein Planungsworkshop fanden
seitdem statt. Wichtige Themen waren: die Gestaltung der Gottesdienste und des
Kirchenraumes, wie zum Beispiel die Versetzung der Orgel, die Öffentlichkeitsarbeit,
die Beschäftigung mit Personalfragen, die Information über die Aktivitäten
einzelner Gruppen und Kreise. Leider
waren der Einladung nur etwa 20 Personen gefolgt, von denen die knappe Hälfte
Mitglieder des Kirchenvorstandes waren. Sie hatten nach dem Bericht Gelegenheit
zu Fragen und Anregungen. Unter anderem wurden folgende Vorschläge gemacht: die
Erscheinungsweise des Gemeindebriefes zu verbessern, über die Sitzungen des
Kirchenvorstandes im Gemeindebrief zu berichten, die Präsentation der
Gemeindearbeit im Internet zu verbessern, die gemeindlichen Veranstaltungen in
den „Garchinger Nachrichten“ besser darzustellen, für Gemeindeglieder der
mittleren Generation Ausflüge und Reisen anzubieten. Aufgabe des
Kirchenvorstandes ist es nun, sich mit diesen Anregungen zu befassen. Was
hat die Gemeindeversammlung gebracht? Sie war sicher erst ein bescheidener
Anfang. Da sie künftig einmal jährlich stattfinden soll, wünsche ich mir mehr
interessierte Besucherinnen und Besucher. Oder war der geringe Besuch ein
Zeichen dafür, dass die Gemeindemitglieder mit der Arbeit des Kirchenvorstandes
voll und ganz einverstanden sind?
R. Kobilke
Exerzitien im Alltag –
Flugstunden für die Seele? Das
Thema der Exerzitien im Alltag 2002, zu denen wir Sie in der kommenden
Fastenzeit wieder einladen, lautet: aufatmen-neuwerden. Immer
wenn wir aufatmen ist es, als ob eine besondere Portion Leben uns stärken
möchte: es ist die Kraft des unverhofft geschenkten Anfangs, der Segen
des Neuwerdens. Mit
Gott ins Gespräch kommen, mein Leben lesen lernen in seinem Licht, spüren,
dass ich bedingungslos geliebt bin, so wie ich bin ... all das sind
Facetten dessen, was „Exerzitien im Alltag“ meinen, und wozu sie Ihnen
helfen wollen. Dazu dienen die Meditationsanregungen, die Sie für jeden
Tag erhalten, ein täglicher Blick zurück (ca. 10 Minuten am Abend) und
die Begleitabende. Sie
brauchen keine Erfahrungen mitbringen. Alles was Sie benötigen ist ihre
Entschlossenheit, dem begonnenen Weg treu zu bleiben und Gott handeln zu
lassen. Am Ende werden Sie sehen, dass die Zeit, die Sie sich nehmen, eine
gewonnene Zeit ist. Der Alltag ist farbiger geworden und das Leben
lebendiger durch neue Impulse und eine andere Perspektive. Die
„Exerzitien im Alltag 2002“ richten sich wie immer an Glaubende,
Suchende und Zweifelnde unserer evangelischen und katholischen Gemeinde. Die
Begleitung der Exerzitien übernimmt Frau Hille Losekamm. Die
Einladung zu den „Exerzitien im Alltag“, die in Garching schon seit
Jahren ökumenisch stattfinden, an die Interessierten beider
Kirchengemeinden, ist mit Pfr. Kobilke abgesprochen. Auch ich möchte dafür
werben, dass viele dieses kostbare Angebot der Einübung in Stille, Gebet
und Betrachtung mitten im Alltag wahrnehmen. Dank an Frau Losekamm, dass
sie die Durchführung der Exerzitien übernimmt. Pfr.
Bodo Windolf
Von einer
evangelischen Kirche wagte vor 40 Jahren noch kaum jemand zu träumen,
nicht einmal ein evangelisches Gemeindehaus gab es in Garching – und
doch schon einen Organisten! 1961 kam Frank
Pohl als frischgebackener Physiker nach Garching, um hier am Max Planck
Institut für Plasmaphysik seine erste Stelle anzutreten. Für die
kirchlichen Gemeinden in Garching war das ein Glücksfall. Denn während
seines Studiums in Marburg hatte er als Nebenfach Orgelspiel belegt und
stimmte dem Angebot der katholischen Gemeinde zu, deren Hochamt in St.
Katharina an der Orgel zu begleiten – die Kirche St. Severin gab es
damals ebenfalls noch nicht. Die evangelischen Gottesdienste fanden in der
damaligen Hauptschule, dem jetzigen Freizeitheim, statt. Herr Pohl erklärte
sich bereit, auch hier den Gottesdienst zu begleiten, allerdings auf einem
Harmonium, denn eine Orgel gab es bei den Protestanten noch lange nicht.
Ein Jahr lang war er so für die Kirchenmusik beider Konfessionen
verantwortlich, bis die Katholiken einen hauptamtlichen Kirchenmusiker
fanden. Als dann
endlich nach .... Jahren das evangelische Gemeindehaus bezogen wurde,
konnte Herr Pohl sich über ein neues Instrument freuen, ein so genanntes
Elektrium, das auf der Empore im Gemeindesaal installiert war. 1975 legte Herr
Pohl die D-Prüfung für Organisten ab, 1979 auch noch die C-Prüfung, die
große Prüfung für das Nebenamt. Dabei blieb ihm immer die Begleitung
des Gottesdienstes am wichtigsten. Hinzu kamen schon bald die Aufführungen
der Krippenspiele, wobei ihm Frau Brüsch und Arethie Mexis halfen. Acht
Krippenspiele hat er inzwischen geschrieben, vier davon sind im Bärenreither
Verlag zum Teil in mehreren Auflagen erschienen. Die Arbeit mit den
Kindern hatte ihm großen Spaß gemacht; erste Erfahrungen dazu hatte er
bereits in Marburg während seines Studiums gesammelt, als er den vor
seinem Zimmer spielenden Kindern von Jesus erzählt hatte. Seit Ende der
80er Jahre war es allerdings für Herrn Pohl immer schwieriger geworden,
Kinder zum Einstudieren eines Krippenspiels zu bewegen, weil sie zu viele
andere Angebote und Verpflichtungen hatten. Sein letztes Spiel wurde 1992
aufgeführt, am Beginn des Kroatien-Krieges, auf den er in seinem Text
deutlich Bezug nahm. Eine wichtige
Kritikerin ist für Herrn Pohl seine Frau Anita, die zwar von sich selbst
behauptet, unmusikalisch zu sein, nach der Meinung ihres Mannes allerdings
eher besonders anspruchsvoll ist mit einem untrüglichen Gefühl für das
Orgelspiel. Sie ermahnte ihn zu Beginn seiner Musikerlaufbahn: „Ein
Orgelspiel soll ein Vortrag sein, dem der Hörer in jeder Phase folgen
kann.“ Dass neuerdings
jeder Gottesdienstbesucher den Organisten beobachten kann, weil die Orgel
seit April hinter dem Altar steht, stört Herrn Pohl nicht. Nur einen
Nachteil hat der neue Platz seiner Meinung nach: Der Organist sei dadurch
weiter von der Gemeinde entfernt und nach dem Gottesdienst kämen nicht
mehr so viele Musikbegeisterte beim Verlassen der Kirche bei ihm vorbei,
um mit ihm über sein Spiel zu sprechen. Trotzdem möchte er gerne
weiterhin die Gottesdienste begleiten, bis ein neuer Musiker für dieses
Amt gefunden wird. Maren
Killmann
Vorstellung der Tagesstätte für psychische Gesundheit „Treffpunkt
Jedermann“ aus Unterschleißheim. Wenn
Sie oder Ihre Angehörigen, Freunde oder Bekannten unter seelischen
Belastungen oder Krankheiten leiden, z.B.: -
bei Arbeitslosigkeit -
nach einer stationären psychiatrischen Behandlung -
bei Schwierigkeiten im Umgang mit sich und anderen -
zu viel freie Zeit haben, die Sie belastet bieten wir die Möglichkeit, den Tag sinnvoll zu verbringen,
Kontakte zu pflegen oder andere Hilfen zu erhalten. Wir bemühen uns,
gemeinsam mit Ihnen die vorhandenen Probleme zu bearbeiten und neue Lösungsmöglichkeiten
zu finden. Dazu stehen 2 Sozialpädagoginnen zur Verfügung. Unser
Angebot Mittagessen
und Cafe Wir kochen
gemeinsam und essen gemeinsam. In unsere offene Cafeteria kann man auch
ohne Voranmeldung zum Reinschnuppern vorbei schauen. Hier gibt es Kaffee,
Tee, Kuchen, Spiele und Gespräche, oder einfach die Möglichkeit
dazusein.
Ausflüge
Einmal
in der Woche machen wir Ausflüge in die nähere Umgebung und einmal im
Jahr eine Freizeitfahrt.
Gruppenangebote
Wir
haben eine Werkstatt in der man werkeln, sägen, basteln und töpfern
kann. In unseren Räumen
beheimaten wir auch zwei Selbsthilfegruppen
für Angststörungen und für eine Psychatrieerfahrene. Unsere Anschrift: 85716
Unterschleißheim Buchenstraße 2
Impressum:
Bodo Windolf, Pfarrer St. Severin
und Rainer Kobilke, Pfarrer Laudate (verantwortlich), | |||||||||||||||||||||||||||||||