Pfarrbrief Weihnachten 2001

St. Severin Garching

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Pfarrbrief   Weihnachten  4 / 2001   MITEINANDER
der Evang. Gemeinde Laudate und der Kath. Gemeinde St. Severin
Inhaltsverzeichnis (Auszüge)
Weihnachten
Arts for Africa
Klausurtagung Kirchenvorstand unf Herr Stahl
Vortrag "Dürfen wir, was wir können?"
Große Gestalten des Glaubens - Hl. Severin
Besuch des ökum. Bildungszentrums
Reinkarnation / Auferstehjungsglaube
Gemeindeversammlung in Laudate
Exerzitien im Alltag
40 Jahre Organist in Laudate
Vorstellung Tagungsstätte
Impressum
Weihnachten Seitenanfang

Weihnachten – Fest des Friedens?

 „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ (Lk 2,14) Wie jedes Jahr Weihnachten, so werden wir auch heuer wieder diese jubelnden Worte verkündigen hören, mit denen Engel die Geburt Jesu, des Friedensfürsten, vor den Hirten besingen.

Doch Halt! „Auf Erden Friede“ – ist diese Botschaft nicht tausendfach von der Realität widerlegt, zumal vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Amerika und Afghanistan? Zerschellt die Botschaft der Weihnacht nicht unübersehbar an der gerade jetzt wieder hautnah erlebten friedlosen Wirklichkeit? Wird die Friedensverheißung nicht übertönt vom Lärm der Bomben verbrecherischer Terroristen und der sich wehrenden westlichen Zivilisation? Hat das damalige Geschehen der Heiligen Nacht die Welt auch nur ein wenig zum Positiven verändert? Scheint es nicht im Gegenteil so, dass es um uns herum immer dunkler, beängstigender, friedloser, bedrohlicher wird? Und wo bleibt Gott inmitten all dieser Wirrnisse? Wird es nicht immer stummer um ihn, weil er selbst stumm zu sein scheint?

Doch Gegenfrage: Ist er wirklich stumm? Oder hat es seine Stimme nicht immer schwerer, sich überhaupt noch Gehör zu verschaffen angesichts des Lärmens um uns herum und in uns selbst? Einfach deshalb, weil diese Stimme – Seine Stimme – eine leise ist, so leicht übertönt vom Dauergeplärre aus Radio und Fernseher, das uns tagaus, tagein beschallt; so leicht untergehend in der Hektik der Arbeit, die uns nicht zur Ruhe und zur Stille kommen lässt; so leicht überschrieen vom Stimmengewirr der Meinungsfeilbieter, das uns immer orientierungsloser macht.

Die Antwort Gottes auf all unsere Fragen ist in der Regel eine leise Antwort, so leise, wie die Weihnacht vor 2000 Jahren leise war, nur dem vernehmbar, der ein Empfangsorgan hat für die innere Kraft der leisen Töne Gottes. Es geschieht nichts für unsere Sinne Spektakuläres in dieser Nacht, außer – das Unfassbare: dass Gott in irgendeinem „gottverlassenen“ Winkel dieser Welt als ein Mensch unter Menschen unsere Welt betritt; dass ER als ein kleines Kind das Licht der Welt erblickt, gebettet in einen Futtertrog, kaum wahrgenommen außer von ein paar armseligen Hirten. In dieser Nacht hat Gott aufgehört, vom Himmel her nur zu uns zu reden, weit weg und letztlich unberührt (und unberührbar) von den schmerzhaften Wunden und den abscheulichen Bosheiten unseres Erdendaseins; Er hat aufgehört zu reden, um nunmehr zu handeln. Weihnachten ist Theo-praxie, Gottes-Tat, schweigender Abstieg des Gottessohnes in das Gewand des Menschensohnes, des Herrn in die Knechtsgestalt, des Lichtes in die Dunkelheit, des Lebens in die Todverfallenheit, der Liebe in eine Welt voller Hass, des Logos (des Sinns) in eine Welt voller Sinnlosigkeiten, der Allmacht in die Ohnmacht, der alles bezwingenden Kraft in die Wehrlosigkeit eines Kindes, des Schöpfers der Welt in das kindliche Antlitz Seines Geschöpfes. In diesem Sich-verbergen Gottes in Sein Gegenteil – sub contrario, wie Martin Luther sagt – verliert Er nicht Seine göttliche Kraft, sondern trägt alles Genannte dorthinein, wohinein Er eintaucht. Gott zeigt die Macht Seiner Liebe gerade in der Ohnmacht des wehrlosen Kindes in der Krippe, in der strikten Gewaltlosigkeit des erwachsenen Jesus (die Seine Jünger so schwer verstehen), in der Hass mit verzeihender Liebe erwidernden Ausgeliefertheit des Gekreuzigten, schließlich in der sieghaften Herrlichkeit des Auferstandenen. Sich in der Ohnmacht als stärker zu erweisen als alle sich aufblähende (Schein-)Macht des Bösen vermag allein die Allmacht Gottes. Die hier offenbar werdende Liebe hat daher nur für einen Verblendeten etwas Schwächliches. Spätestens am Ende unserer Weltzeit wird sie sich für jeden Menschen als die eigentliche Macht dieser Welt erweisen, von der alle Bosheit von Menschen sich richten lassen muss.

Wenn wir noch einmal genauer hinhören auf die Botschaft der Engel in der Nacht der Geburt des Gottessohnes, so gewahren wir, dass es nicht nur einfach hieß: „Friede auf Erden“, sondern: „Friede auf Erden bei den Menschen seiner Gnade“. Der endgültige Friede unter den Menschen ist uns, so sehr wir uns nach Kräften für ihn einsetzen sollen, nicht schon für diese Welt verheißen, sondern für die kommende, in die uns der auferstandene Christus vorausgegangen ist. Aber – er fängt schon hier an bei denen, die die Gnade der Weihnacht, die Gnade des menschgewordenen Gottes glaubend, hoffend und liebend in ihr Leben aufnehmen. „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“ Wer aus Seiner Gnade lebt, hat teil an der Macht der oft so ohnmächtig erscheinenden Liebe Gottes, der gehört zu den wahren Weltveränderern. Dass Weihnachten die Welt nicht verändert hätte, kann daher nur der behaupten, der den Blick für das Kleine und Unscheinbare verloren hat. Die „Stille Nacht“, die Leisigkeit Gottes in der Weihnacht will uns zeigen: das Eigentliche, das wahrhaft, weil vor Gott Wichtige geschieht nicht dort, woraufhin die Linsen der Kameras sich richten, es geschieht nicht in dem, was die kostbaren Sendeminuten der Fernsehsender uns sehen lassen und die Spalten der Zeitungen füllt, sondern es vollzieht sich meist im Verborgenen, im Leisen, wie gesagt: im Kleinen und Unscheinbaren; etwa da, wo Menschen beginnen, Gott, dem Vater, Seinem menschgewordenen Sohn und damit Seinem Frieden in ihrem Herzen Raum zu geben, in der Familie, einfach da, wohin jeder von uns gestellt ist.

Was angesichts der Weltlage nach wenig klingt, nach der verschwindenden Größe eines Senfkorns – um ein Gleichnis Jesu aufzugreifen – kann in jedem Menschen Seiner Gnade so groß werden, dass (wie die in der ausgewachsenen Senfstaude nistenden Vögel) so mancher andere bei einem solchen von der Gnade Gottes Erfassten Hilfe, Kraft, Hoffnung, Lebensmut und vieles andere findet.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, ein gesegnetes Weihnachtsfest und die Gnade und den Frieden des neugeborenen Erlösers

 Ihr Pfarrer Bodo Windolf

 

„Das ewig Licht geht da herein...“ – warum wir am 25. Dezember Weihnachten feiern

 In den Evangelien, den uns bekannten Quellenschriften für das Leben Jesu, ist das Geburtsdatum Jesu nicht angegeben. Offensichtlich hatten die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes kein Interesse daran, das genaue Datum der Geburt Jesu festzustellen und der Nachwelt zu überliefern. Viel wichtiger war ihnen und der frühen Christenheit die Tatsache und der Tag der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Daher wurde für die ersten Christen das wichtigste Fest nicht die Feier der Geburt Christi, sondern die Feier seiner Auferstehung: das Osterfest.

 Im Römischen Reich, in dem die frühen Christen lebten, war es Brauch, die Geburtstage von Herrschern zu feiern, selbst noch nach ihrem Tod. Das bewog allmählich die Christen, die Geburt ihres Herrn, des „Kyrios“, festlich zu begehen. Im Osten des Römischen Reiches feierte man diese Geburt am 6. Januar. Beim Fest der Epiphanie, der Erscheinung Jesu Christi, stand ursprünglich v. a. die Taufe Jesu im Mittelpunkt. Erst etwa um 330 nach Christus bestimmte die Kirche in Rom den 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu Christi zum Feiertag. Bei dieser Festlegung spielte eine Rolle, dass man den 25. März, den Tag der Frühlingstagundnacht-Gleiche, als Tag der Schöpfung der Welt und zugleich als Tag der Ankündigung der Geburt des Herrn betrachtete. Hinzu kam, dass der 25. Dezember im römischen Kalender  als Tag der Wintersonnenwende der Geburtstag des unbesiegbaren Sonnengottes war. Mit dem Fest der Geburt Jesu Christi als „Sonne der Gerechtigkeit“ (Maleachi 3,20) und „Licht, das in die Finsternis scheint“ (Johannes 1,5) sollten die alten Sonnen- und Licht-Gottheiten abgelöst werden. Somit wurde der Sieg Jesu Christi als die wahre Sonne über die heidnischen Kultgottheiten dokumentiert. Das Weihnachtsfest war zugleich zum Symbol der Überlegenheit der christlichen Religion über die heidnischen Religionen geworden.

 Lange Zeit blieb der 25. Dezember für die Kirchen, die aus der römischen Tradition hervorgegangen sind, der Höhepunkt des Weihnachtsfestkreises. Erst in neuerer Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt des Festes und der Feiern, besonders im häuslichen Rahmen, auf den Vorabend, den Heiligen Abend und die Heilige Nacht am 24. Dezember. Die Bräuche, die sich dabei entwickelten, sind von Land zu Land verschieden. Alle, die sie feiern, sind im Ursprung jedoch dadurch verbunden, dass Jesus Christus als Gottes Sohn Mensch geworden ist. Darum können auch wir als Christen heute einstimmen in das Bekenntnis zu ihm, das der Reformator Martin Luther in dem tiefsinnigen Weihnachtslied „Gelobet seist du, Jesu Christ...“ in die Worte gefasst hat:

 „Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein’ neuen Schein;

es leucht’ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht.

Kyrieleis“

R. Kobilke

 

Heilig Abend für Einsame

Nicht wenige Menschen sind an Weihnachten besonders traurig, weil sie das „Fest der Familie“ allein und einsam verbringen müssen. Für diese, die es sicher auch in Garching gibt, wollen wir heuer erstmals das Angebot machen, den Heiligen Abend

ab 20.00 Uhr 
im Pfarrzentrum, Poststr. 8
für  ca. 2 Stunden gemeinsam zu verbringen. Im weihnachtlich geschmückten Clubraum wollen wir bei ein wenig zu essen die Weihnachtgeschichte hören, Lieder singen und uns miteinander unterhalten. Eingeladen sind alle, die ein auf diese Weise gemeinsam gefeiertes Weihnachten freuen würde, ganz gleich, ob katholisch, evangelisch oder nicht-christlich. Es wäre schön, wenn Leser solche, für die dieses Angebot etwas sein könnte, darauf aufmerksam machen könnten. Um leichter vorbereiten zu können, bitten wir, wenn möglich, um vorherige Anmeldung.

 

Was ich zu Weihnachen denke ...

Ist es naiv zu glauben, dass auch ein „Terrorist“ ein Mensch ist, der durch die Liebe Gottes und durch die Gemeinschaft der Menschen zur Umkehr von seinem Handeln bewegt werden kann, und dem man dann auch verzeihen sollte? Wird hier vom Christentum zu viel verlangt?

Ich halte es für wichtig, den Frieden auf Erden, den Frieden unter den Menschen über den Frieden unter den Religionen anzugehen. Wir sollten aufhören, uns gegenseitig gottlos und ungläubig zu nennen. Wir sollten ein gemeinsames Wort für unseren Schöpfer finden, so unterschiedlich er auch benannt wird.

Terror, Kreuzzug, Heiliger Krieg, konventioneller Krieg - alles Gewalt, die wir ablehnen müssen!

Wenn es nicht wahr werden soll, so wie von einigen vermutet, dass im 21. Jahrhundert Konflikte zwischen den Kulturen entstehen werden, müssen die großen Religionen Vorreiter zum Ausgleich, zum gegenseitigen Verstehen und zur Gemeinschaft sein. Friede auf Erden heißt nicht nur Friede in der westlichen Welt. Wir müssen aufhören, von der Überordnung der westlichen Welt auszugehen. Wollen wir nicht allzu oft unsere politische und gesellschaftliche Ordnung allen anderen überstülpen?

Friede auf Erden zwischen allen Menschen, Kulturen und Religionen – leben wir es vor, dort wo wir wirken – hier bei uns in Garching. Schon alleine ein bewusstes „Grüß Gott“ ist ein persönlicher Beitrag zum Frieden und kann nebenbei Wunder bewirken.
Herbert Bauernfeind

 

Gottes Wege der Selbstmitteilung – Ein Plädoyer für die Fortsetzung des interreligiösen Dialogs

 In der Menschwerdung Gottes erleben wir Christen an Weihnachten, wie sich Gott uns in letzter Konsequenz zuwendet. Er spricht Menschensprache, indem er sich bedürftig (als neugeborenes Kind) und antastbar (als Opfer seiner späteren Verfolger) selbst offenbart und so das Wort Fleisch wird, wie es der Evangelist Johannes ausdrückt. Dieser menschgewordene Gott fordert Unerhörtes von denen, die ihm nachfolgen, wenn er verlangt, sie sollen ihre Feinde lieben und Friedfertigkeit üben. Auch wendet er sich gegen alle Selbstgerechtigkeit: „Richtet nicht, auf dass Ihr nicht gerichtet werdet“, sagt Jesus in der Bergpredigt (Mt. 7,1). 

Gerade diese Mahnung könnte einen ökumenischen Dialog fördern, bei dem die Gesprächspartner bereit sind, von einem erstarrten Überlegenheitsanspruch der jeweils eigenen Religion abzurücken. Ich möchte hier auf zwei anerkannte Prinzipien des interreligiösen Dialogs verweisen, die leider häufig missachtet werden:

1. Jeder Gesprächspartner sollte versuchen, sich möglichst objektive Kenntnisse über die fremde Religion anzueignen. Dabei sollte der Vielfalt der innertheologischen Richtungen ebenso Beachtung zuteil werden wie dem Vorhandensein eigener Vorurteile.

2. Jeder Gesprächspartner sollte sich darum bemühen, die andere Religion in ihrem Wesen, d. h. in ihrem Selbstverständnis wahrzunehmen. Das hätte zur Folge, dass sich der Christ in der islamischen Sicht auf das Christentum ebenso wiederfinden kann wie der Muslim in der christlichen Sicht auf den Islam.Seit Jahrzehnten gibt es durchaus hoffnungsvolle Ansätze unter katholischen, evangelischen und muslimischen Theologen (und Laien), ein solch respektvolles Gespräch miteinander zu suchen. Doch im Schatten der Ereignisse vom 11. September diesen Jahres werden nun wieder verstärkt Stimmen laut, denen es vor allem darum geht, den Islam (ab-)zu werten und zu diskreditieren. Dabei werden auf populistische Weise Islamismus und Islam gleichgesetzt. Islamismus bedeutet jedoch die politische Ideologisierung und Instrumentalisierung des Islam. Doch sollten die Tendenzen zur Säkularisierung, die es durchaus im neuzeitlichen Islam gibt, genannt und nicht als marginale Ansichten nicht wirklich gläubiger Muslime abgetan werden. Sie repräsentieren eine innerislamische Diskussion, die ebensoviel Aufmerksamkeit wie islamistische Bestrebungen verdient.
Der Koran macht übrigens dezidierte Aussagen zum religiösen und kulturellen Pluralismus, die sich mit der Koexistenz der drei Buchreligionen auseinandersetzen: „In der Religion gibt es keinen Zwang...“ (Sure 2: 256) „   Und wenn Gott gewollt hätte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber er will euch in dem, was er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Wetteifert nun nach den guten Dingen...“ (5: 48)
Die weihnachtliche Friedensbotschaft sollte uns ermutigen, die Begegnung mit dem Islam gerade jetzt fortzusetzen. Dabei sollten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten benannt und diskutiert werden, ohne jedoch der Gefahr zu erliegen, dass über dem Verbindenden das Spezifische unscharf wird. Eine Religion ist als Ganzes und aus sich selbst heraus zu verstehen. Man kann sich ihr nicht mit den Kategorien des eigenen theologischen Systems nähern oder einzelne Aspekte aus ihrem Kontext isolieren, um sie anschließend zu „widerlegen“.
Das Alte Testament erzählt viele Geschichten, die für Juden, Christen und Muslime gleichermaßen Zeugnis von Gottes Offenbarungshandeln und menschlicher Glaubenskraft ablegen. Es hat daher als gemeinsame Wurzel eine unschätzbare Bedeutung. Die Wege aber, auf denen sich Gott konkret den Menschen mitteilt, können auch sehr verschieden sein. Was wissen wir Menschen denn über die Vielschichtigkeit göttlichen Redens?

Angelika Ohloff

Arts for Africa - Benefizkonzert Seitenanfang

Das Benefizkonzert am Freitag 19. Oktober in St. Severin, mit viel Aufwand und Engagement von Stephanie-Nicole Sander initiiert, fand ein enormes Publikumsinteresse. Frau Sander konnte auf viele Helfer setzen, vor allem auf die Pfadfinder. Auf dem Kirchplatz war  ein großes Zelt aufgestellt, in dem Informationen zum Hilfsprojekt möglich waren. Auch für Essen und Getränke war gesorgt. Zu Beginn der Veranstaltung wurde vom Geschäftsführer der Firma Zeppelin ein gebrauchter Bagger im Wert von zirka 15000 DM übergeben. Auch Bürgermeister Karl zeigte sich mit 2500 DM von der Stadt großzügig. Der Botschafter Kenias und der Generalkonsul Südafrikas waren ebenso anwesend, wie u.a. Vertreter der Diözese, der Garchinger Pater Neuhauser und als Schirmherr Direktor Zeitler von der Bayerischen Elite Akademie. Die Begrüßungen und Reden wollten nicht mehr enden, so dass die über 500 Besucher lange auf die erste musikalische Darbietung der Solisten und des Chors St. Severin warten mussten. Musik und Gesang waren dann aber erstklassig und wurden durch starken Beifall des Publikums honoriert. Dem Konzert selbst wurde aber leider durch zwei Pausen die Spannung genommen. Das Ergebnis der Benefizveranstaltung mit insgesamt über 40000 DM kann sich sehen lassen. Es kommt dem Soweto-Slum-Dorf in Nairobi, Kenia, für den Bau einer Schule zu Gute. Pater Schaarschmidt von den Steyler Missionaren kann es dafür dringend brauchen.
Herbert Bauernfeind

Klausurtagung Kirchenvorstand Laudate und Vorstellung Herr Stahl Seitenanfang

„Mitten im Leben“ - unter diesem Motto steht die Arbeit der Evangelischen Laudate-Gemeinde. Der vorige Kirchenvorstand hatte es beschlossen. Der jetzige Kirchenvorstand sieht es als seine Aufgabe an, es praktisch umzusetzen. Welche Schritte sind dazu nötig, welche sind möglich? Um diese Fragen zu beantworten, trafen sich zwölf Mitglieder des Kirchenvorstandes und des erweiterten Kirchenvorstandes zu einem so genannten „Planungsworkshop“ mit Dekan Roderich Diez und Pfarrer Dr. Gerhard Herold, dem neuen Leiter des Evangelischen München-Programms.

Als besonders wichtig sieht der Kirchenvorstand die Altersgruppe der 25- bis 40-jährigen an. War sie doch zum Beispiel bei der Kirchenvorstandswahl im letzten Jahr prozentual am wenigsten von allen Altersgruppen vertreten. Dieses Bild bestätigte sich, als ihre Beteiligung an verschiedenen Aktivitäten der Gemeinde in den Blick genommen wurde, wie die Kantorei, der Ökumenische Arbeitskreis oder die Garchinger Gespräche. Einzige Ausnahme von diesem wenig erfreulichen Ergebnis sind naturgemäß die Mutter-Kind-Gruppen.

Was ist also zu tun? Zahlreiche Vorschläge wurden diskutiert. Und das Ergebnis? Die Familiengottesdienste sollen wieder häufiger stattfinden, für das Familiengottesdienst-Team sollen neue Gesichter und damit neue Ideen gewonnen werden, Veranstaltungen zu aktuellen religiösen und politischen Themen sollen vermehrt angeboten werden, als Versuch soll im nächsten Jahr ein Ausflug für Familien geplant werden.

Angenehmer Rahmen des Wochenendes war das Freizeitenheim der Evangelischen Militärseelsorge in Steingaden. Hier waren wir Garchinger schon zum dritten Mal zu Gast. Das herbstlich schöne Wetter, die reizvolle Umgebung des Allgäus, die gastfreundliche Atmosphäre der Tagungsstätte, ein lebendiger Gottesdienst mit einer großen  Gruppe von Familien von Bundeswehrangehörigen: all das trug zum guten Gelingen des Wochenendes bei. Alle, die dabei waren, wünschten sich auch für das nächste Jahr wieder eine solche angenehme Mischung aus Arbeit und Freizeit.
R. Kobilke


Am Sonntag, den 7. Oktober 2001 wurden in der Laudatekirche drei junge Pfarrerinnen und ein Pfarrer von der Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Oberkirchenrätin Susanne Breit-Keßler, ordiniert. Von links: Pfarrer Kobilke, Elisabeth Roth, Andrea Rückert, Eike Kohler, Christine Stark, Bischöfin Breit-Keßler

 

Grüß Gott, liebe Gemeinde!

Mein Name ist Sebastian Stahl, ich bin 28 Jahre alt und gebürtiger Würzburger. Ab 1. Januar bin ich der neue Vikar der Laudatekirche und aus diesem Grund möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich Ihnen vorzustellen.

 

Aufgewachsen bin ich im mittelfränkischen Scheinfeld. Mit 14 Jahren entschloss ich mich, später einmal Pfarrer zu werden – ich hatte v.a. in der Jugendarbeit viele schöne Erlebnisse und Eindrücke, die mir diesen Beruf zum Traumberuf machten.

Nach dem Abitur absolvierte ich mein Praxisjahr für Theologiestudierende als Betreuer in einem Internat für behinderte Jugendliche in Würzburg. Danach begann ich mit meinem Studium in Neuendettelsau. Weitere Studienorte waren Heidelberg und Erlangen.

Während meines Studiums lernte ich meine drei Jahre ältere Frau Andrea kennen, mit der ich seit 1998 verheiratet bin. Da auch sie aus Mittelfranken stammt, sind wir beide gerne in den Süden gegangen, um für uns neue Seiten der Landeskirche kennen zu lernen.

Am 1. März 2001 begann ich mein Vikariat in der Waldkirchengemeinde Planegg. Das erste Drittel meines Vorbereitungsdienstes habe ich also bereits hinter mir und ich konnte schon feststellen, dass dieser Beruf wirklich das ist, was ich in meinem Leben machen möchte. Da meine Frau zum 1. September ihren Dienst als Gemeindepfarrerin in Freising angetreten hat – eine der Planegger Gemeinde nähere Pfarrstelle konnte sie nicht bekommen –, habe ich mich dazu entschlossen, die Gemeinde zu wechseln. Wir müssten sonst für zwei Jahre auf ein richtiges Eheleben verzichten.

Ich denke, nicht jeder Vikar hat die Möglichkeit, in seinem Vikariat zwei Gemeinden kennen zu lernen, zwei Lehrmentoren zu haben und in zwei Schulen zu unterrichten. Dieser Gedanke und die Aussicht, bald wieder mit meiner Frau zusammenzuwohnen, machen den Gedanken, die Gemeinde hier zu verlassen, leichter, und ich freue mich schon auf meinen „Neuanfang“ im Januar.
Jetzt wissen Sie zwar schon ein bisschen was aus meiner Biographie, aber noch kaum etwas über mich selbst. Ich möchte es mit einer bunten Zusammenwürfelung meiner Vorlieben versuchen:

Ich mag gute Bücher  und Musik – am liebsten klassische oder keltische. Und am liebsten dazu eine Kanne schwarzen Tee! Ich spiele Gitarre und photographiere leidenschaftlich gerne. Ich koche gern, am liebsten für Gäste. Ich bin ein großer Naturfreund und habe ein Faible für die deutsche Nordseeküste (insbesondere die Insel Amrum) und Irland. In diesem Land habe ich auch die letzten Monate vor Vikariatsbeginn verbracht und in einer Einrichtung für behinderte Erwachsene gearbeitet.

Ich sehe  eindreiviertel Jahren als Vikar entgegen, die ich bei meinem neuen Lehrpfarrer Herrn Kobilke in Ihrer Gemeinde verbringen werde. Eine „Zeit der Einübung in den Dienst des Pfarrers und eine Zeit der Vorbereitung auf die Ordination“ wird es sein. Ich werde Gottesdienste halten und als Religionslehrer und Seelsorger tätig sein. Die meiste Zeit wird das ganz praxisnah in Garching geschehen. Einen zweiten Schwerpunkt bildet aber begleitend die theoretische Ausbildung im Predigerseminar Nürnberg – wundern Sie sich also bitte nicht, wenn ich manchmal für ein paar Tage verschwinde.

Ich freue mich sehr auf meine Zeit und mein Arbeiten in Garching. Und ich hoffe, Sie bald persönlich kennen zu lernen.

Auf bald,  Ihr Sebastian Stahl

Vortrag "Dürfen wir, was wir können?" Seitenanfang

Bei der Diskussionsveranstaltung am Freitag, 12. Oktober, im Clubraum St. Severin behandelte Philosophieprofessor Gerhard Leibold aus Garching (auf dem Bild mit Pfarrer Windolf) so umfangreiche Themen wie Forschung an Embryonen, Organspende und Kernenergie. In seinem Einführungsreferat vertrat er seine Meinung, dass aus ethischer Sicht die Embryonenforschung abzulehnen sei, da das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Samen und Eizelle beginne und damit zu schützen sei. In der befruchteten Eizelle sei bereits der gesamte Mensch genetisch angelegt. Bei der Organspende vertrat er die Meinung, dass niemand mit Sicherheit sagen könne, wo genau die Todeslinie verlaufe. Folglich sei es aus ethischer Sicht nicht vertretbar, dem Körper bereits Organe zu entnehmen, wenn der Gehirntod eingetreten sei. Die Kernkraft wiederum lehnte Professor Leibold mit dem Hinweis auf die damit verbundenen Gefahren ab. Ethisches Handeln sei stets verantwortungsbewusstes Handeln. Er stellte das Lebensrecht in den Mittelpunkt. Handlungen mit nicht gewollten Nebenwirkungen, welche die Zukunft des Menschen unumkehrbar gefährden können, sind zu unterlassen. Anschließend wurde eine rege Diskussion unter den fast 50 Teilnehmern geführt, in der vor allem unterschiedliche Meinungen zum Thema Menschenwürde und zur Sicherheit in der Kernenergie deutlich wurden.
Fazit: Eine interessante und lehrreiche Veranstaltung, die Lust auf weitere Diskussion aktueller Themen in der Pfarrgemeinde macht. Herzlichen Dank an Professor Leibold.
Herbert Bauernfeind

Große Gestalten des Glaubens - Hl. Severin von Noricum Seitenanfang

Dynamisch mit dem rechten Bein ausschreitend, den Pilgerstab in der einen, ein aufgeschlagenes Buch (die Bibel?) in der anderen Hand haltend, den Blick nach vorne ausgerichtet, als habe er dort eine Aufgabe zu erfüllen, umgeben von zehn Bronzeleuchtern, die die Wirkorte des Heiligen benennen – so empfängt den Betrachter der hl. Severin an der Ostwand unserer neuen Pfarrkirche.

Mit dem hl. Severin von Noricum besitzt unsere Kirchengemeinde nun schon den dritten Pfarrpatron ihrer Geschichte (nach den Patrozinien der hl. Katharina von Alexandrien und vorher noch, wie eine Papsturkunde von 1260 ausweist, der hl. Maria Magdalena). Wie mir Pfr. Lehrberger, unter dem die Kirche erbaut wurde, erzählt hat, kam es folgendermaßen dazu: Sein Vorgänger, Pfr. Dr. Hogger, hatte Kardinal Döpfner „Wiederkunft Christi“ als Patrozinium der neu zu erbauenden Pfarrkirche vorgeschlagen. Doch diesem schwebte anstelle eines Glaubensgeheimnisses eine lebendige Person als Namensgeber der Pfarrei vor. Da brachte Prof. Angermair, Garchinger und Moraltheologe in Freising, in Erinnerung an den in Washington tätigen Kapuzinerpater Severin Scharl, der 1925 über den „Teich“ gesetzt hatte, um ihm die Primizpredigt zu halten, den Namen „Severin“ ins Spiel. Dieser Vorschlag gefiel nicht nur dem Kardinal; denn München hatte außer einem Severinskirchlein auf dem Pfarrgebiet von St. Sylvester noch keine Kirche und zumal keine Pfarrkirche dieses Namens; er gefiel auch Pfr. Korbinian Severin Lehrberger, der auf diese Weise seinen Zweitnamenspatron vorzüglich zu Ehren kommen sah.

Wer war der hl. Severin, zu deutsch der ‚Gestrenge‘? Bald nach 453, dem Todesjahr des gefürchteten Hunnenkönigs Attila, tauchte in der römischen Provinz Noricum, dem Land an der Donau zwischen Passau und Wien, ein Pilger unbekannter Herkunft auf. Seine Zellengründungen, die dem Beispiel morgenländischer Einsiedler folgten, sowie sein persönliches asketisches Leben lassen vermuten, dass er – vielleicht nach einer Bekehrung? – als ein Mönch im Orient gelebt hatte. Sprache und Gesittung, sein Bekanntenkreis (u.a. König Odoaker) und seine politische Tatkraft deuten auf einen aus Italien stammenden römischen Beamten  aus höchsten Kreisen hin. Nach seinem Herkommen befragt, pflegte er allerdings, wie sein Biograph Eugippius berichtet, zu antworten: „Unser Vaterland ist der Himmel und nach dem Himmel wollen wir trachten.“

Die politischen Verhältnisse machten ihn, der sein Leben viel lieber betend und fastend in der Abgeschiedenheit der von ihm gegründeten Klöster Boiotro (Passau) und Favianis (vermutlich Mautern (oder Wien?)) verbracht hätte, zu einem Mann der Tat. Es war die Völkerwanderungszeit, und mit den gegen die Römer andrängenden Germanen trug auch viel übles Gesindel zu teils chaotischen Verhältnissen bei. Als Mönch und Politiker, als Gottesmann und Staatsmann, als Christ und als Menschenfreund von Römern und Nichtrömern geachtet, wurde der hl. Severin für viele eine Zuflucht „mitten im Umsturz der Dinge“ (Jakob Burckhardt). Es gelang ihm, den Glaubensfrieden zwischen arianischen und römischen Christen (die ersteren leugnen die Gottheit Jesu Christi) herzustelle, so dass sie zusammen lebten und sogar dieselben Kirchen benutzten. Er brachte es fertig, trotz anfänglichen Widerstandes Grundbesitzer zur Abgabe eines jährlichen Zehnts zugunsten der Armen zu bewegen. Mehr als einmal bewahrte er Ortschaften durch sein mutiges Dazwischentreten vor Plünderung und Zerstörung. Er erwirkte die Freilassung von Kriegsgefangenen, Krankenheilungen werden berichtet, für Unzählige wurde er zu einem großen Segen. (Einzelheiten, auch legendarischer Art, erzählen die Bilder des Bronzeportals unserer Severinskirche.) Und so wundert es nicht, dass die Macht seiner Person, seines Wortes und seines prophetischen Charismas ihm gleichermaßen die Achtung bei Römern und Germanen, bei Christen und Heiden eintrug, ehe er am 8. Januar 482 starb. 

„Gott hat mir den Auftrag erteilt, den Menschen in ihrer Not beizustehen.“ Diese von ihm überlieferten Worte können als sein Lebensmotto gelten. Im hl. Severin verehren wir Garchinger eine große Gestalt des Glaubens inmitten der Wirren der Völkerwanderungszeit, einen Menschen, der aus der Verbundenheit mit Gott ein zutiefst den Menschen Verbundener wurde, für viele ein Helfer, Tröster, Mahner, ein von Gott entzündetes Licht in dunkler Zeit.

Pfr. B.Windolf

Besuch des ökum. Bildungszentrum in Ottmaringen Seitenanfang

 „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diese Worte von Jesus aus dem Matthäusevangelium prägen das Dasein der Menschen im Begegnungszentrum Ottmaring bei Friedberg. Der Ökumenische Arbeitskreis Garchings stattete dieser recht idyllisch in schwäbischer Hügellandschaft gelegenen Siedlung am 6. Oktober einen halbtägigen Besuch ab, um einen Einblick in das Leben seiner Einwohner zu gewinnen.

1960 haben Mitglieder der evangelischen Brudergemeinschaft und der katholischen Fokolarbewegung das Zentrum gegründet, um dort ein christliches Gemeinschaftsleben zu führen, das ganz im Zeichen der täglich praktizierten Ökumene steht. Das Zentrum zählt über 100 Einwohner. Es gibt Familien sowie Gemeinschaften ehelos lebender Männer und Frauen der Bruderschaft und der Fokolare. Die meisten gehen ganz normalen Berufen nach. Die allein Lebenden geben ihren Verdienst an die Gemeinschaft, da persönliche Armut eine ihrer Maximen ist. Das für das Leben Notwendige stellt die Gemeinschaft, unter anderem die Wohnungen in schmucken Häusern, die sich um den Mittelpunkt, den Gemeindekomplex mit gemeinsamer Kapelle, gruppieren.

Durch ihre Konfession haben die Bewohner unterschiedliche Erfahrungen mit ihrem Glauben und kennen andersartige Traditionen. Doch gerade „Einheit in Vielfalt“ kennzeichnet die ökumenische Siedlung. Neben gemeinsamen Andachten zu regelmäßigen Tageszeiten gibt es katholischen und evangelische Gottesdienste, die alle Mitglieder des Zentrums besuchen. Nur zur Eucharistie oder zum Abendmahl gehen sie nicht gemeinsam, sind aber bei der jeweiligen Feier zugegen, um Verständnis für den Anderen zu gewinnen und die geistige Gemeinschaft vor Gott zu stärken. Die Mitglieder des Zentrums berichten, dass durch diese Art der Gottesdienste das Trennende der Konfessionen an Bedeutung verliert und die einende Kraft Gottes in besonderer Weise spürbar wird. Ihr ideales Ziel ist, die Kirche des Anderen zu lieben wie die eigene.

Das Zentrum ist keine Insel für sich. Vielmehr wollen seine Bewohner die Glaubensstärke, die sie in der gelebten Ökumene gewonnen haben, an ihre Mitmenschen weitergeben. So empfangen sie Besucher und bieten Tagungen an. Gruppen Erwachsener wie auch Jugendlicher sind gleichermaßen willkommen.

Das Zentrum soll mehr und mehr zu einem Ort werden, wo sich Menschen vielfältiger Lebensbereiche am Evangelium orientieren können. Damit sucht es den Ansprüchen unserer Gesellschaft gerecht zu werden, die sich auf der Suche nach zukunftsfähigen Perspektiven befindet. Das Zentrum hat dazu kein vorgezeichnetes Entwicklungsprogramm; vielmehr wollen seine Mitglieder Gott folgen, der sich der Gemeinschaft durch seinen in ihr wirkenden Geist offenbart.

Hans-Eugen Wien

Reinkarnation aus buddhistischer Sicht und christlicher Auferstehungsglaube  Seitenanfang

...unter diesem Motto fand am Samstag, den 10. November, ein ökumenisches Seminar im Clubraum des katholischen Pfarramtes St. Severin unter Teilnahme von fast 50 katholischen und evangelischen Christen sowie Buddhisten statt.

Gastreferent war Zen-Priester Daikan Westerbarkey, der einem buddhistischen Kloster in der Nähe von Kyoto angehört. Ehemals katholischer Christ, bewegt er sich seit 1985 auf dem buddhistischen Weg.

Als Vertreter der christlichen Glaubensgemeinschaften sprach Pfarrer Bodo Windolf.

Ziele der Veranstaltung waren

-          Information über den Blick auf das Selbstbildnis christlicher und fernöstlicher Religion

-          die Suche nach Parallelen zwischen den Religionen und

-          Erkenntnisse über die Frage, wie wir mit unseren „Heiligen Schriften“ umgehen.

Dabei spielten Fragen wie:

-          woher kommen wir?

-          wohin gehen wir?

-          was erwartet uns nach dem Tod?

-          was bedeuten Wiedergeburt oder Auferstehung?

-          was ist Erlösung?

-          was und wo ist das Paradies?

eine zentrale Rolle.

Die sehr informative Veranstaltung führte unter der Gesprächsleitung von Pfarrer Kobilke zu lebhaftem Gedankenaustausch der Teilnehmer.

Den Abschluss bildete eine gemeinsame Andacht mit ökumenischen Fürbitten.

Waldtraud Bautzmann

Gemeindeversammlung in Laudate Seitenanfang

„Gemeindeversammlung    was ist das?“ So mögen sich manche der Gottesdienstbesucher gefragt haben, die am 14. Oktober in der Laudate-Kirche waren. Denn der Kirchenvorstand hatte anschließend an den Gottesdienst zu einer Versammlung in den Gemeindesaal eingeladen. Vergleichbar mit der Bürgerversammlung der Stadt oder der Pfarrversammlung der katholischen Nachbargemeinde fand eine solche Versammlung in der Laudate-Gemeinde nach langer Zeit wieder einmal statt.

Als Vorsitzender des Kirchenvorstandes gab ich einen Bericht über die Arbeit seit der Neuwahl im Oktober 2000. Neun Sitzungen und ein Planungsworkshop fanden seitdem statt. Wichtige Themen waren: die Gestaltung der Gottesdienste und des Kirchenraumes, wie zum Beispiel die Versetzung der Orgel, die Öffentlichkeitsarbeit, die Beschäftigung mit Personalfragen, die Information über die Aktivitäten einzelner Gruppen und Kreise.

Leider waren der Einladung nur etwa 20 Personen gefolgt, von denen die knappe Hälfte Mitglieder des Kirchenvorstandes waren. Sie hatten nach dem Bericht Gelegenheit zu Fragen und Anregungen. Unter anderem wurden folgende Vorschläge gemacht: die Erscheinungsweise des Gemeindebriefes zu verbessern, über die Sitzungen des Kirchenvorstandes im Gemeindebrief zu berichten, die Präsentation der Gemeindearbeit im Internet zu verbessern, die gemeindlichen Veranstaltungen in den „Garchinger Nachrichten“ besser darzustellen, für Gemeindeglieder der mittleren Generation Ausflüge und Reisen anzubieten. Aufgabe des Kirchenvorstandes ist es nun, sich mit diesen Anregungen zu befassen.

Was hat die Gemeindeversammlung gebracht? Sie war sicher erst ein bescheidener Anfang. Da sie künftig einmal jährlich stattfinden soll, wünsche ich mir mehr interessierte Besucherinnen und Besucher. Oder war der geringe Besuch ein Zeichen dafür, dass die Gemeindemitglieder mit der Arbeit des Kirchenvorstandes voll und ganz einverstanden sind?

R. Kobilke

Exerzitien im Alltag Seitenanfang

Exerzitien im Alltag – Flugstunden für die Seele?

Wenn wir bedenken, daß beim Fliegen die Landung eine lebenswichtige Rolle spielt, so liegen wir mit diesem Vergleich ganz richtig: täglich eine halbe „Flug“-stunde für die Seele und täglich die zielgenaue Landung im Alltag, mitten hinein in die Realitäten unseres Lebens.

Das Thema der Exerzitien im Alltag 2002, zu denen wir Sie in der kommenden Fastenzeit wieder einladen, lautet:

aufatmen-neuwerden.

Immer wenn wir aufatmen ist es, als ob eine besondere Portion Leben uns stärken möchte: es ist die Kraft des unverhofft geschenkten Anfangs, der Segen des Neuwerdens.

Mit Gott ins Gespräch kommen, mein Leben lesen lernen in seinem Licht, spüren, dass ich bedingungslos geliebt bin, so wie ich bin ... all das sind Facetten dessen, was „Exerzitien im Alltag“ meinen, und wozu sie Ihnen helfen wollen. Dazu dienen die Meditationsanregungen, die Sie für jeden Tag erhalten, ein täglicher Blick zurück (ca. 10 Minuten am Abend) und die Begleitabende.
Sie sind nicht allein auf Ihrem Weg. Ein wichtiges Element der Exerzitien ist die Gruppe: gemeinsames Beten, Singen, Schweigen und der Austausch.

Sie brauchen keine Erfahrungen mitbringen. Alles was Sie benötigen ist ihre Entschlossenheit, dem begonnenen Weg treu zu bleiben und Gott handeln zu lassen. Am Ende werden Sie sehen, dass die Zeit, die Sie sich nehmen, eine gewonnene Zeit ist. Der Alltag ist farbiger geworden und das Leben lebendiger durch neue Impulse und eine andere Perspektive.

Die „Exerzitien im Alltag 2002“ richten sich wie immer an Glaubende, Suchende und Zweifelnde unserer evangelischen und katholischen Gemeinde.
Hille Losekamm

Bitte merken Sie sich schon jetzt die Termine vor:
1. Abend: Dienstag, 19. Februar 2002, 20 Uhr, dann jeweils dienstags 20 Uhr, der letzte Abend ist der 19. März 2002.

Die Begleitung der Exerzitien übernimmt Frau Hille Losekamm.

 Die Einladung zu den „Exerzitien im Alltag“, die in Garching schon seit Jahren ökumenisch stattfinden, an die Interessierten beider Kirchengemeinden, ist mit Pfr. Kobilke abgesprochen. Auch ich möchte dafür werben, dass viele dieses kostbare Angebot der Einübung in Stille, Gebet und Betrachtung mitten im Alltag wahrnehmen. Dank an Frau Losekamm, dass sie die Durchführung der Exerzitien übernimmt.

Pfr. Bodo Windolf

40 Jahre Organist in Laudate Seitenanfang

Von einer evangelischen Kirche wagte vor 40 Jahren noch kaum jemand zu träumen, nicht einmal ein evangelisches Gemeindehaus gab es in Garching – und doch schon einen Organisten!

1961 kam Frank Pohl als frischgebackener Physiker nach Garching, um hier am Max Planck Institut für Plasmaphysik seine erste Stelle anzutreten. Für die kirchlichen Gemeinden in Garching war das ein Glücksfall. Denn während seines Studiums in Marburg hatte er als Nebenfach Orgelspiel belegt und stimmte dem Angebot der katholischen Gemeinde zu, deren Hochamt in St. Katharina an der Orgel zu begleiten – die Kirche St. Severin gab es damals ebenfalls noch nicht. Die evangelischen Gottesdienste fanden in der damaligen Hauptschule, dem jetzigen Freizeitheim, statt. Herr Pohl erklärte sich bereit, auch hier den Gottesdienst zu begleiten, allerdings auf einem Harmonium, denn eine Orgel gab es bei den Protestanten noch lange nicht. Ein Jahr lang war er so für die Kirchenmusik beider Konfessionen verantwortlich, bis die Katholiken einen hauptamtlichen Kirchenmusiker fanden.

Als dann endlich nach .... Jahren das evangelische Gemeindehaus bezogen wurde, konnte Herr Pohl sich über ein neues Instrument freuen, ein so genanntes Elektrium, das auf der Empore im Gemeindesaal installiert war.

1975 legte Herr Pohl die D-Prüfung für Organisten ab, 1979 auch noch die C-Prüfung, die große Prüfung für das Nebenamt. Dabei blieb ihm immer die Begleitung des Gottesdienstes am wichtigsten. Hinzu kamen schon bald die Aufführungen der Krippenspiele, wobei ihm Frau Brüsch und Arethie Mexis halfen. Acht Krippenspiele hat er inzwischen geschrieben, vier davon sind im Bärenreither Verlag zum Teil in mehreren Auflagen erschienen. Die Arbeit mit den Kindern hatte ihm großen Spaß gemacht; erste Erfahrungen dazu hatte er bereits in Marburg während seines Studiums gesammelt, als er den vor seinem Zimmer spielenden Kindern von Jesus erzählt hatte. Seit Ende der 80er Jahre war es allerdings für Herrn Pohl immer schwieriger geworden, Kinder zum Einstudieren eines Krippenspiels zu bewegen, weil sie zu viele andere Angebote und Verpflichtungen hatten. Sein letztes Spiel wurde 1992 aufgeführt, am Beginn des Kroatien-Krieges, auf den er in seinem Text deutlich Bezug nahm.

Eine wichtige Kritikerin ist für Herrn Pohl seine Frau Anita, die zwar von sich selbst behauptet, unmusikalisch zu sein, nach der Meinung ihres Mannes allerdings eher besonders anspruchsvoll ist mit einem untrüglichen Gefühl für das Orgelspiel. Sie ermahnte ihn zu Beginn seiner Musikerlaufbahn: „Ein Orgelspiel soll ein Vortrag sein, dem der Hörer in jeder Phase folgen kann.“

Dass neuerdings jeder Gottesdienstbesucher den Organisten beobachten kann, weil die Orgel seit April hinter dem Altar steht, stört Herrn Pohl nicht. Nur einen Nachteil hat der neue Platz seiner Meinung nach: Der Organist sei dadurch weiter von der Gemeinde entfernt und nach dem Gottesdienst kämen nicht mehr so viele Musikbegeisterte beim Verlassen der Kirche bei ihm vorbei, um mit ihm über sein Spiel zu sprechen. Trotzdem möchte er gerne weiterhin die Gottesdienste begleiten, bis ein neuer Musiker für dieses Amt gefunden wird.

Maren Killmann

Vorstellung Tagungsstätte Seitenanfang

Vorstellung der Tagesstätte für psychische Gesundheit „Treffpunkt Jedermann“ aus Unterschleißheim.

Wenn Sie oder Ihre Angehörigen, Freunde oder Bekannten unter seelischen Belastungen oder Krankheiten leiden, z.B.:

-          bei Arbeitslosigkeit

-          nach einer stationären psychiatrischen Behandlung

-          bei Schwierigkeiten im Umgang mit sich und anderen

-          zu viel freie Zeit haben, die Sie belastet

 bieten wir die Möglichkeit, den Tag sinnvoll zu verbringen, Kon­takte zu pflegen oder andere Hilfen zu erhalten. Wir bemühen uns, gemeinsam mit Ihnen die vorhandenen Probleme zu bearbeiten und neue Lösungsmöglichkeiten zu finden. Dazu stehen 2 Sozialpäda­goginnen zur Verfügung.

Unser Angebot

Mittagessen und Cafe

Wir kochen gemeinsam und essen gemeinsam. In unsere offene Cafeteria kann man auch ohne Voranmeldung zum Reinschnuppern vorbei schauen. Hier gibt es Kaffee, Tee, Kuchen, Spiele und Ge­spräche, oder einfach die Möglichkeit dazusein.

Ausflüge

Einmal in der Woche machen wir Ausflüge in die nähere Umge­bung und einmal im Jahr eine Freizeitfahrt.

Gruppenangebote

Wir haben eine Werkstatt in der man werkeln, sägen, basteln und töpfern kann.
In der Frauengruppe können Frauen in geschütztem Rahmen über ihre Situation sprechen, das gleiche gilt für die Männer in der Män­nergruppe.

In unseren Räumen beheimaten wir auch zwei Selbsthilfegruppen für Angststörungen und für eine Psychatrieerfahrene.

Unsere Anschrift:

85716 Unterschleißheim

Buchenstraße 2

Tel. 089/31099847

Impressum Seitenanfang

Impressum: Bodo Windolf, Pfarrer St. Severin und Rainer Kobilke, Pfarrer Laudate (verantwortlich),
H. Bauernfeind, W. Bautzmann, Dr. M. Killmann, A. Ohloff,  Dr. N. Ruhs

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© copyright    Dezember 2001    WebMaster: Herbert Bauernfeind   bauernfe@t-online.de